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Erster Matthias-Claudius-Preis für soziales Handeln geht an Hof Wessels

Bürgerstiftung Herten freut sich über Zuwendung von 10.000 Euro

Der erste Matthias-Claudius-Preis für soziales Handeln ist am Donnerstag, 21. Oktober 2010, an die Hertener Bürgerstiftung und ihr Projekt Hof Wessels vergeben worden. Die Auszeichnung ist mit einer Zuwendung von 10.000 Euro verbunden und fand im festlichen Rahmen im Waldrestaurant Forsthaus im Weitmarer Holz statt. Die Laudatio hielt der ehemalige Bochumer Oberbürgermeister Ernst-Otto Stüber.

Ernst-Otto Stüber bezeichnete das Projekt Hof Wessels als „idealen Preisträger, weil sich die Bürgerstiftung Herten damit in vielfältiger Weise um die Förderung junger Menschen verdient macht.“ Im Jahr 2000 hat die kurz zuvor gegründete Stiftung für Bildung, Erziehung und Jugendhilfe den größtenteils zerfallenen Hof übernommen und neu aufgebaut. Seit 2003 dient er insbesondere Jugendlichen, die einen hohen Förderbedarf aufweisen, als Erfahrungs-, Lern-, Beschäftigungs- und Qualifizierungsort.

 

Viele Jugendliche, die zum Hof Wessels kommen, haben bereits einige Maßnahmen hinter sich, die nicht erfolgreich waren. Fast alle bringen aus ihrer Vorgeschichte große Belastungen mit wie familiäre Probleme, die zum Teil auch mit einem Migrationshintergrund zu tun haben, Drogenmissbrauch, kriminelle Delikte oder gesundheitliche Defizite. Auf dem Hof wird von Fachkräften in psychologisch-therapeutischer Betreuung und bei unterschiedlichen praktischen Tätigkeiten viel Zeit und Engagement investiert, um ihnen ein Sprungbrett zum ersten oder zweiten Arbeitsmarkt oder zurück in schulische Institutionen zu geben. Für viele ist dies eine letzte Chance.

 

Nicht zuletzt sind der Hof Wessels und die Arbeit der Hertener Bürgerstiftung wichtig für eine Stadt, die als einst größte Bergbaustadt Europas besonders stark vom Strukturwandel betroffen ist. Mit der Zuwendung will die Matthias-Claudius-Stiftung die Arbeit auf dem Hof und neue Projekte der Bürgerstiftung unterstützen. Aktuell wird im Jugendwerkhof die Einrichtung einer Bed & Bike-Herberge in Angriff genommen: Ein barrierefreies Hotel mit 40 Betten in Doppel- und Familienzimmern, das sich vor allem an Fahrrad-Urlauber richtet.

Mit dem Matthias-Claudius-Preis für soziales Handeln zeichnet die gemeinnützige Matthias-Claudius-Stiftung Bochum Initiativen und Institutionen aus, die sich für das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung einsetzen. Die Auszeichnung wird ab sofort alle zwei Jahre vergeben und ist immer mit einer Zuwendung von 10.000 Euro verbunden.

Die Matthias-Claudius-Stiftung ging aus dem mittlerweile 25-jährigen, sehr erfolgreichen Engagement der Stiftungsgründer für eine Grund- und Gesamtschule hervor. In den Matthias-Claudius-Schulen werden mittlerweile eintausend junge Menschen mit und ohne Behinderung von der ersten Klasse bis zum Abitur gemeinsam unterrichtet. Die Aktivitäten der Stiftung umfassen neben der integrativen Erziehung und Bildung auch die Förderung und Begleitung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in außerschulischen Bereichen, in der Arbeitswelt und in dem Integrativen Mehr-Generationen-Wohnprojekt Claudius-Höfe, das derzeit in innenstadtnaher Lage in Bochum entsteht.

In diesem Jahr war die Verleihung des Matthias-Claudius-Preises Teil des „Herbstlings“. Auch dieser fand am Donnerstag, 21. Oktober 2010, erstmalig statt und war der Start einer neuen Tradition: Im jährlichen Wechsel wollen die Matthias-Claudius-Stiftung Bochum und das Matthias-Claudius-Sozialwerk Bochum beim lockeren Zusammensein mit Speis und Trank und Kulturprogramm über ihre Ziele und Tätigkeiten informieren, aber auch gesellschaftliche Themen und bürgerschaftliche Aufgaben behandeln, die für ein einvernehmliches Zusammenleben in unseren Städten von besonderer Bedeutung sind.