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des Matthias-Claudius- Sozialwerkes Bochum.

Volkhard Trust - Eröffnungsrede

Liebe Mitglieder des Stiftungsvorstandes,

liebe Gäste und Freunde unserer Arbeit,

 

ich darf Sie ganz herzlich zur Premiere des Herbstlings, hier im Forsthaus begrüßen und freue mich, dass Sie zahlreich unserer Einladung gefolgt sind. Mit diesem Herbstling stellt sich die noch junge Matthias-Claudius-Stiftung nun einer größeren Öffentlichkeit vor.

Unser herzliches Willkommen gilt unseren Bochumer Gästen und unseren Gästen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Seit Beginn unserer Schulinitiative bestehen ja enge Verbindungen zur  Stadt Wetter und insbesondere in den Stadtteil Volmarstein-Grundschöttel hinein. Dort ist auch die Gründungsrektorin unsrer Grundschule, Annette Bouecke, beheimatet, die ich heute Abend  persönlich begrüßen möchte.

Herzlich Willkommen, Annette.

Ganz herzlich begrüße ich auch die Vertreter der Einrichtung, die heute erstmalig mit dem Matthias-Claudius-Preis für soziales Handeln ausgezeichnet werden. An dieser Stelle sei nur erwähnt, - um einen gewissen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, - dass die auszuzeichnende Einrichtung aus Herten kommt und sich im Zuge der Preisverleihung ausführlicher vorstellen wird.

Der Einladungskarte konnten Sie entnehmen, dass der Herbstling nicht als eine einmalige Veranstaltung geplant ist. Im Wechsel von Matthias-Claudius-Stiftung und Matthias-Claudius-Sozialwerk wird er einmal im Jahr stattfinden. Dabei haben die Verantwortlichen es sich zur Aufgabe gemacht, dem Herbstling eine eigene Farbe, ein unverwechselbares Gepräge zu geben.

Den Namen für diesen Abend hat – wer auch sonst – uns Matthias-Claudius geliefert. Unter dem Titel „Neue Erfindungen“ beschreibt Matthias Claudius seinen Herbstling und gibt ihm einen gewissen programmatischen Charakter.

Matthias Claudius schreibt

„Gestern aber, wie das mit den Erfindungen ist: man findet sie nicht sondern sie finden uns, gestern als ich im Garten gehe und an nichts weniger denke, schießen mir mit einmal zwei neue Festtage aufs Herz, der Herbstlind und der Eiszäpfel, beide gar erfreulich und nützlich zu feiern. Der Herbstling ist nur kurz, und wird mit Bratäpfeln gefeiert. Nämlich: wenn im Herbst der erste Schnee fällt, und darauf  muss genau achtgegeben werden, nimmt man soviel Äpfel als Kinder und Personen im Hause sind und noch einige darüber, damit wenn etwa ein Dritter dazu käme keiner an seiner quota gekürzt werde, tut sie in den Ofen, wartet bis sie gebraten sind, und isst sie dann. So simpel das Ding anzusehen ist, so gut nimmt sich’s aus wenns recht gemacht wird. Dass dabei allerhand vernünftige Diskurse geführt auch oft in den Ofen hineingeguckt werden muss etc. versteht sich von selbst. Und soviel vom Herbstling“.

Wir werden uns bei der Terminierung des Herbstlings in Zukunft wohl nicht an kurzfristigen, in Augenschein genommenen Wetterprognosen orientieren können. Unser Herbstling wird auch keine Familienfeier werden. Wir werden uns aber um eine individuelle und persönliche Note bemühen, wohl um einen familiären Charakter.

Wie die vernünftigen Diskurse aussehen werden, können wir Ihnen heute auch noch nicht sagen, aber sie werden stattfinden.

Das Markenzeichen des Herbstlings hingegen, den Apfel, haben Sie bereits auf unserer Einladung zu Gesicht bekommen und haben den Bratapfel auf der Speisekarte vielleicht auch schon entdeckt. Er wird uns in vielfältigen Variationen in den nächsten Jahren begleiten.

Es gilt also nicht den Claudiusischen Entwurf des Herbstlings zu kopieren, wohl aber ihn, Claudius, zu kapieren und zeitgemäß umzusetzen. Es wäre ja eher eine Zumutung, wenn wir unsern Gästen als Bewirtungsgabe einen Bratapfel vorsetzen und damit auch Küche und Service des Forsthauses auf unangemessene Weise beschneiden würden. Küche und Service des Hauses möchten Sie von ihrer Leistungsfähigkeit überzeugen. Dem wollen wir nicht im Wege stehen. Ich hoffe, uns ist es aber auch gelungen, die nötige Erdung bei der Zusammenstellung des Menüs im Blick zu halten.

Einen Einblick in das Leistungsvermögen der künstlerischen Arbeit in unserer Gesamtschule möchte die Werkausstellung „Querbeet“ in den Räumen des Forsthauses vermitteln. Die Ausstellungwird nächsten Mittwoch, den 27.10.2010 um 18.00 Uhr eröffnet, und gehört zu den 20 Aktionen, mit denen wir das 20jährige Jubiläum unserer Gesamtschule in diesem Schuljahr begehen. Sie dürfen aber schon einmal einen ersten Blick auf die Ausstellung beim Gang zum großen Gesellschaftsraum, in dem später die Preisverleihung stattfinden wird, werfen.

Der Herbstling soll aber nicht allein geselliges, kulturelles, gesellschaftliches Ereignis sein. Mit dem Herbstling wollen wir auch die Philosophie unserer Initiative und die verschiedenen Arbeitszweige mit ihren vielschichtigen Herausforderungen vorstellen und um Unterstützung werben, die natürlich auch finanzieller Art sein soll, aber sich nicht allein darin erschöpft.

Im Kern sind die Matthias-Claudius-Schulen eine pädagogische Initiative, auch wenn sie mittlerweile weit mehr als den schulischen Bereich umfasst. Sie hat 1986 mit 20 Kindern einer ersten Grundschulklasse begonnen. In diesem Schuljahr besuchen mehr als 1.000 Schüler und Schülerinnen die Klassen 1 bis 13 unserer Grund- und Gesamtschule. Darunter befinden sich etwas mehr als 200 Schüler und Schülerinnen mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf, die mit ihren Regelschülern gemeinsam lernen. In Größe und Ausrichtung ist dieses Vorhaben gemeinsamen Unterrichts in NRW mittlerweile einmalig. Es geht dabei nicht nur darum, eine gute Schule zu sein, sondern wir legen in unserer Erziehungsarbeit besonderen Wert auf Herzens- und Persönlichkeitsbildung. Wir sind eine christliche Einrichtung. Wir wissen aber auch, dass wir keines der uns anvertrauten Kinder zum Glauben erziehen können, wohl aber können wir aus unserem Glauben erziehen. Das bedeutet, die Individualität jedes Kindes als wertvolles Geschöpf Gottes ernst- und anzunehmen und ihm einen Raum zur Entfaltung zu geben – im schulischen wie im außerschulischen Raum. So ist aus unserer Schule die MCS-Juniorakademie hervorgegangen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Gemeinsinn und Entdeckerfreude im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu fördern. Die MCS-Juniorakademie erreicht mit ihren besonderen Angeboten mittlerweile eine Vielzahl von Schülern und Schülerinnen aus anderen Bochumer Schulen und ist Schritt für Schritt dabei, ihre Kurspalette zu erweitern.

Diese und weitere Arbeitsfelder des Matthias-Claudius-Sozialwerkes wie der Matthias-Claudius--Stiftung stehen unter einem biblischen Leitmotiv: „Suchet der Stadt Bestes!“

Gesellschaftliche Teilhabe zu praktizieren und Verantwortung zu übernehmen zum Wohl unserer Stadt – und dabei ist der Focus nicht allein auf die Stadt Bochum, sondern auf die Region gerichtet, ist bedeutende  Antriebsfeder unserer Initiativen. Von daher sind gelebter Glaube und Frömmigkeit einerseits und Weltoffenheit und das Zugewandt-sein den Nöten und Herausforderungen unserer Gesellschaft für uns keine Widersprüche.